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Pre-Input zum Online Seminar

"Probleme lösen mit der 8D-Methode"

Liebe Seminarteilnehmer, nachfolgend finden Sie einige Vorabinformationen zu unserem Online Seminar "Problemlösungstechniken. Ich hoffe die Pre-Infos sind hilf- und lehrreich. Ansonsten freue ich mich Sie persönlich kennenzulernen und ein schönes Online Seminar. Fragen zum Pre-Input beantworte ich gerne im Seminar.

Viele Grüße

Thorsten Klossner

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Präsentation

Arbeittsbläatter

Definition von Problem!

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  1. Ein Problem, auch Problematik, nennt man eine Aufgabe oder Streitfrage, deren Lösung mit Schwierigkeiten verbunden ist.

  2. Probleme stellen Hindernisse dar, die überwunden oder umgangen werden müssen, um von einer unbefriedigenden Ausgangssituation in eine befriedigendere Zielsituation zu gelangen.

  3. Probleme treten in diversen Ausprägungen in allen Lebensbereichen und Wissenschaften auf.

Problemlösungskompetenz

Welche Eigenschaften sollte ein Menschen mit besonderer Problemlösungskompetenz haben?

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Was bedeutet Problemlösungskompetenz?

Es gibt einige sehr trockene Definitionen von Problemlösungskompetenz. Allgemein bedeutet es die durchdachte und systematische Auseinandersetzung mit Problemen und Herausforderungen, um diese zu überwinden. Wikipedia spricht beispielsweise von der Überführung eines Ist-Zustandes gegen Widerstände in einen Soll-Zustand.

Vereinfacht ausgedrückt und auf den beruflichen Alltag übertragen, bedeutet Problemlösungskompetenz Folgendes: Schwierigkeiten sofort zu erkennen, schnell darauf zu reagieren und eine passende Lösung zu finden, bevor weiterer Schaden daraus entsteht. Problemlösungskompetenz ist keine einzelne Handlung oder Entscheidung. Sie zeigt sich in einem Prozess, der aus mehreren Schritten besteht, die aufeinander aufbauen:

Problemarten

Kriterien, mit denen die verschiedenen Problemarten beschrieben werden.

Problemlösungen sind erforderlich für interpersonelle persönliche Probleme (Informationsasymmetrie, Konflikte, Rivalität, Streit bei der interpersonalen Kommunikation). Zu letzteren gehören beispielsweise Fehler, Finanzrisiken, Rechtsrisiken, Rechtsstreit, organisatorische Schwachstellen, betriebliche Anpassungen, Prozesse oder in der Organisation. Daneben gibt es noch Sachprobleme (Produktqualität, Ausfallrisiken, Unfallrisiken, Design, Funktionalitäten usw.)

Probleme lassen sich zudem hinsichtlich ihrer Komplexität, der Klarheit ihrer Ziele und Mittel, ihrer Zeitskala, des Bereiches, welchem sie entstammen, ihres Zeitdrucks sowie der Motivation, welche dem Problem anhaftet, kategorisieren.

Kriterium der Motivation/Emotion

Hinsichtlich der mit einem Problem verbundenen Motivation/Emotion können diese in „high-stakes-“ sowie „low-stakes“-Probleme unterteilt werden. Während bei den „high-stakes“ Problemen eine hohe Motivation sowie eine intensive emotionale Beteiligung des Akteurs vorliegt, ist ein „low-stakes“-Problem mit wenig Emotionen und nur geringer Motivation behaftet. Von „high-stakes“-Problemen spricht man demnach bei Problemen, deren Lösung mit großer Wichtigkeit verbunden ist. Ein Beispiel hierfür wäre das Raumschiff „Odyssey“, welches während der Apollo-13-Mission beim Austritt aus der Erdatmosphäre Explosionen im Sauerstofftank zu verzeichnen hatte. Die Besatzung musste dieses nie dagewesene Problem unbedingt auf irgendeine Weise lösen, um keine menschlichen Verluste hinnehmen zu müssen. Entsprechend hoch waren hier natürlich die Motivation der Akteure und ihre emotionale Beteiligung. Bei „low-stakes“-Problemen handelt es sich um Probleme der eher unwichtigen Art. Der Akteur fände eine Lösung des Problems zwar schön, wäre im Falle eines Nichtgelingens aber auch nicht weiter enttäuscht.

Kriterium der Klarheit der Ziele und Mittel

Probleme unterscheiden sich auch hinsichtlich der Klarheit ihrer Ziele und Mittel. Man differenziert hier zwischen wohl definierten Problemen (well-defined) und schlecht definierten Problemen (ill-defined). Wohldefinierte Probleme verfügen über klare Ausgangs- und Zielsituationen, außerdem ist bekannt, welche Mittel (Operatoren) für den Prozess des Problemlösens zur Verfügung stehen. Während die wohldefinierten Probleme eher zu den „angenehmen“ Problemen gezählt werden können, stellen die schlecht definierten Probleme eine größere Herausforderung für den Problemlöser dar. Hier sind weder die Ausgangs- noch die Zielbedingungen klar definiert. Es ist fraglich, welche Teilziele anzustreben sind und welche Merkmale die gewünschte Zielsituation denn überhaupt ausmachen. Außerdem liegen wenige oder gar keine Informationen über die vorhandenen Operanten vor. Beispielhaft für ein schlecht definiertes Problem ist der Nahostkonflikt mit all seinen intransparenten, vernetzten und verwirrenden Vorgängen.

Kriterium der Komplexität

Eine Unterscheidung von Problemen kann auch nach dem Kriterium der Komplexität erfolgen. Diese Differenzierung betrifft den Unterschied zwischen komplexen und einfachen Problemen. Bei einfachen Problemen ist eine bekannte, singuläre Lücke im Handlungsplan zu füllen. Ein Beispiel für diese Art eines Problems wäre ein Puzzle, welchem noch ein einziges Teil zur vollständigen Fertigstellung fehlt. Einfache Probleme sind stets wohldefiniert. Komplexe Probleme hingegen sind schwerer zu lösen. Hier gilt es eine Vielzahl an teilweise nicht genau definierten Lücken im Handlungsverlauf zu schließen, welche sich häufig erst im Laufe des Problemlöseprozesses auftun. Komplexe Probleme sind stets schlecht definiert, es ist somit nicht einfach zu erkennen, ob der gewählte Lösungsentwurf tatsächlich zielführend ist. Der Schutz eines Atomkraftwerkes vor terroristischen Angriffen und Umweltkatastrophen stellt ein komplexes, schlecht definiertes Problem dar. Es müssen hier zahlreiche Optionen bedacht werden, die Gefahr, eine Lücke übersehen oder nicht vollständig verschlossen zu haben, ist stets präsent.

Kriterium der Zeitskala

Auch gemessen an einer Zeitskala, zeigen sich klare Differenzen zwischen den einzelnen Problemen. Während kurzfristige Probleme schnell gelöst werden können, ist für die Lösung langfristiger Probleme ein über eine größere Zeitspanne andauernder Lösungsprozess mit verschiedenen Teilzielen durchzuführen. Ein Beispiel für ein langfristiges Problem ist der Vorsatz, eine bessere Work-Life-Balance zu erwirken. Dieses Ziel ist nicht ohne weiteres zu erreichen, sondern bedarf eines langfristig angelegten Lösungsplanes, welcher verschiedene Zwischenziele beinhaltet.

Kriterium des Zeitdrucks

Probleme können auch nach der Intensität ihres anhaftenden Zeitdrucks differenziert werden. Während manche Probleme ohne jegliche zeitliche Begrenzung gelöst werden können, bedürfen andere eines extrem schnellen Handelns des Akteurs. Läuft beispielsweise ein Kind auf der Straße vor ein Auto, so hat der Autofahrer lediglich einen Bruchteil von Sekunden Zeit, um das Problem zu lösen, indem er bremst oder ausweicht. Ein Schachspieler hingegen kann seinen nächsten Spielzug so lange überlegen, wie er möchte, was ihm die Möglichkeit verschafft, sehr viele Überlegungen anzustellen.

Kriterium des Bereiches

Auch der Bereich bzw. die Domäne, der ein Problem entstammt, ist ein Kriterium zur Kategorisierung. So unterscheidet man beispielsweise akademische von nicht akademischen Problemen, Probleme aus dem Bereich der Natur von Problemen aus dem Bereich der Technik etc. Je nach seiner Domäne bedarf ein Problem spezifischer Problemlösestrategien bzw. Kenntnis über die Eigenschaften des jeweiligen Bereiches.

Einordnung nach Komplexität

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Merke!

Wähle die Methode und das Vorgehen zur Lösung von Problemen in Abhängigkeit der Komplexität des Problems!

Vereinfachte Vorgehensweise zur Problembehandlung

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1. Definieren

  1. Problem definieren: Beginnen Sie das Problem ganz genau zu definieren. Unklare, verallgemeinerte oder diffuse Probleme müssen erst genau spezifiziert werden. 

  2. Definieren Sie das Kernproblem und platzieren Sie diese Aussage zentral auf einem Mindmap.

2. Analysieren

  1. Ursachen identifizieren: Fragen Sie jetzt nach dem "Was" – "Was sind die direkten Ursachen für das Problem?" Sammeln Sie Gründe und Ursachen, die von den Teilnehmern genannt werden und notieren Sie diese z.B. auf Post-its oder Karteikarten. Platzieren Sie die Karten dann unterhalb der "Problembox" zu den Ursachen. Wenn es zwei oder mehrere Ursachen für das Problem gibt und die eine Ursache nicht Ursache für die andere ist, dann platzieren Sie beide auf der gleichen Ebene.

  2. Auswirkungen erkennen: Wie bei Punkt 1 fragen Sie auch bei den Auswirkungen nach dem "Was" – "Was sind die Auswirkungen und Konsequenzen des Problems?" Notieren Sie diese in einer logischen Baumstruktur-Verästelung, die von der Problembox nach oben.

3. Verbessern/Lösen

  1. Methode zur Problemlösung definieren

  2. Team formen, Ressourcen bereitstellen

  3. Nach Lösungen suchen, Ideen sammeln (Quantität vor Qualität)

  4. Die besten Lösungsideen auswählen

  5. Lösung testen

  6. Lösung implementieren

  7. Lösung evaluieren

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Merke!

Nur ein Problem, das ganz genau definiert ist, kann wirklich gelöst werden!

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Oder so?

Gesicht mit der Zunge zwinkern

Arbeitsaufgaben, bitte bis zum Seminar ..

1. Arbeitsaufgabe

Klicken Sie auf den nebenstehenden PDF Link. Füllen Sie das Fadenkreuz aus. Beantworten Sie die Fragen aus Ihrer eigenen Sicht, bitte keine allgemeingültigen Aussagen.

2. Arbeitsaufgabe

Klicken Sie auf den nebenstehenden PDF Link. Dann öffnet sich eine Vorlage für einen Problembaum. Nemen Sie eins Ihrer aktuellen Probleme aus dem vorangegangenen PDF (Fadenkreuz) und füllen den Problembaum ensprechend aus.